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Werkzeuge

Bildschirmaufnahme für Tutorials: Setup, Tools und Workflow

So nimmst du Bildschirm-Tutorials auf, die sich gut schneiden lassen: das richtige Tool, saubere Einstellungen, klarer Ablauf und typische Fehler.

Macreto-Team 6 Min. Lesezeit

Für eine gute Bildschirmaufnahme im Tutorial brauchst du kein teures Programm: Die eingebauten Werkzeuge von macOS und Windows oder das kostenlose OBS Studio reichen für die meisten Creator. Entscheidend sind die Vorbereitung und die Art, wie du aufnimmst – aufgeräumter Bildschirm, gut lesbare Schrift, kurze Abschnitte und ruhige Mausbewegungen. So entstehen Aufnahmen, die sich schnell schneiden lassen und die Zuschauer gern bis zum Ende schauen.

Was ist eine Bildschirmaufnahme für Tutorials?

Eine Bildschirmaufnahme (auch Screencast) ist ein Video von dem, was auf deinem Bildschirm passiert: Klicks, Eingaben, Fenster, Ergebnisse. Im Tutorial ist sie das Herzstück, denn Zuschauer wollen sehen, wie etwas funktioniert, und es danach selbst nachmachen.

Damit das klappt, muss die Aufnahme zwei Dinge leisten: Sie muss lesbar sein, auch auf dem Handy, und sie muss nachvollziehbar sein, also in einem Tempo, bei dem man mitkommt.

Welches Tool für die Bildschirmaufnahme?

Tool System Kosten Gut für
Bildschirmfoto-App (Umschalt + Befehl + 5) macOS eingebaut schnelle Aufnahmen ohne Installation
Snipping Tool (Windows + Umschalt + R) Windows 11 eingebaut schnelle Aufnahmen ohne Installation
OBS Studio Windows, macOS, Linux kostenlos, Open Source volle Kontrolle über Szenen, Audio und Qualität

macOS: Mit Umschalt + Befehl + 5 öffnest du die Bildschirmfoto-App. Dort wählst du, ob du den ganzen Bildschirm oder einen Bereich aufnimmst, und legst unter „Optionen“ ein Mikrofon fest. Details stehen in der Apple-Anleitung zur Bildschirmaufnahme.

Windows 11: Das Snipping Tool nimmt ebenfalls Videos auf. Mit Windows + Umschalt + R startest du eine Aufnahme; Mikrofon und Systemton lassen sich zuschalten. Mehr dazu bei Microsoft.

OBS Studio: OBS ist kostenlos und quelloffen. Du baust Szenen (zum Beispiel „Browser“ oder „Editor“), stellst Auflösung, Bildrate und Qualität genau ein und nimmst mehrere Tonquellen getrennt auf. Die Einarbeitung dauert etwas länger, lohnt sich aber, wenn du regelmäßig Tutorials produzierst.

Unser Rat: Fang mit den Bordmitteln an. Wechsle zu OBS, wenn dir etwas konkret fehlt.

Die richtigen Einstellungen

Seitenverhältnis und Auflösung

Nimm im Seitenverhältnis 16:9 auf, denn so werden YouTube-Videos standardmäßig angezeigt. Die Auflösung sollte mindestens der Auflösung entsprechen, in der du veröffentlichen willst; für YouTube ist 1080p ein verbreiteter Standard. YouTubes eigene Empfehlungen findest du in den empfohlenen Upload-Einstellungen.

Wenn dein Monitor ein anderes Format hat, etwa ein Ultrawide-Bildschirm, nimm nur einen 16:9-Bereich auf oder stelle ein einzelnes Fenster auf diese Größe.

Bildrate

Für die meisten Software-Tutorials reichen 30 Bilder pro Sekunde. Bewegt sich viel auf dem Bildschirm, etwa bei Animationen oder Spielen, können 60 Bilder pro Sekunde flüssiger wirken. Mehr Bilder bedeuten aber auch größere Dateien.

Schrift und Zoom

Die häufigste Schwäche von Tutorials ist zu kleine Schrift. Was auf deinem großen Monitor gut aussieht, ist auf dem Handy oft unlesbar. Deshalb:

  • Browser-Zoom auf 125 bis 150 % stellen,
  • in Code-Editoren die Schriftgröße deutlich erhöhen,
  • Seitenleisten und Panels schließen, die du nicht brauchst,
  • den Mauszeiger vergrößern, wenn dein System das anbietet.

Mach vor der eigentlichen Aufnahme einen kurzen Testclip und schau ihn dir auf dem Handy an.

Ton

Auch wenn du die Erklärung später einsprichst, lohnt sich ein Mikrofon während der Aufnahme. Ein kurzer Kommentar („Jetzt klicke ich auf Exportieren“) hilft dir beim Schnitt und beim Skript. Systemtöne nimmst du nur auf, wenn sie wichtig sind, zum Beispiel bei einem Audio-Tool.

Vorbereitung: der aufgeräumte Bildschirm

Bevor du auf Aufnahme drückst, gehe diese Liste durch:

  1. Benachrichtigungen aus. Fokus- bzw. Nicht-stören-Modus einschalten, Chat und E-Mail schließen.
  2. Desktop aufräumen. Private Dateien, Lesezeichen und offene Tabs verschwinden aus dem Bild.
  3. Eigenes Browser-Profil. Ein Profil nur für Aufnahmen, ohne Verlauf, Lesezeichen und automatisch ausgefüllte Daten.
  4. Testdaten statt echter Daten. Keine echten Kundennamen, E-Mail-Adressen oder Zugangsdaten zeigen.
  5. Ausgangszustand herstellen. Die Software sollte genau so aussehen, wie sie bei deinen Zuschauern am Anfang aussieht.
  6. Ablauf notieren. Eine kurze Stichpunktliste der Schritte, die du zeigen willst.

Punkt 4 ist wichtig. Ein Passwort oder API-Schlüssel, der einmal in einem öffentlichen Video zu sehen war, gilt als kompromittiert.

So nimmst du auf: der Workflow

Ein Schritt pro Clip

Nimm nicht das ganze Tutorial am Stück auf. Teile es in Arbeitsschritte und nimm jeden Schritt als eigenen Clip auf. Vorteile:

  • Ein Fehler kostet dich nur einen kurzen Clip, nicht die ganze Aufnahme.
  • Du kannst die Reihenfolge im Schnitt ändern.
  • Die Dateien bleiben übersichtlich.

Benenne die Clips gleich sinnvoll, zum Beispiel 03-export-einstellungen.mp4.

Ruhige Maus, kurze Pausen

Bewege die Maus bewusst und langsam. Lass sie auf dem Element kurz stehen, bevor du klickst, und warte nach dem Klick eine Sekunde, bis das Ergebnis sichtbar ist. Diese kleinen Pausen geben dem Zuschauer Zeit und dir saubere Schnittstellen.

Vermeide hektisches Kreisen mit der Maus, um auf etwas zu zeigen. Hervorhebungen und Zooms lassen sich im Schnitt gezielter setzen.

Fehler einfach wiederholen

Hast du dich verklickt, halte kurz inne und wiederhole den Schritt. Beim Schnitt nimmst du den missglückten Teil heraus. Das geht schneller als ein kompletter Neustart.

Tastenkürzel sichtbar machen

Nutzt du Tastenkürzel, sieht der Zuschauer davon nichts. Sag das Kürzel beim Aufnehmen laut an oder notiere es dir, damit es im Schnitt eingeblendet werden kann. Für längere Tutorials lohnt sich auch ein kleines Programm, das gedrückte Tasten am Bildschirm anzeigt.

Ergebnis zeigen

Zeig am Ende jedes Abschnitts, was dabei herauskommt: die exportierte Datei, die fertige Seite, das Diagramm. Zuschauer brauchen die Bestätigung, dass es funktioniert hat.

Nach der Aufnahme: Ordnung halten

Direkt nach dem Dreh ist der beste Moment, um Ordnung zu schaffen. Später weißt du oft nicht mehr, welcher Clip der gelungene war.

  • Ein Ordner pro Video, darin ein Unterordner für Bildschirmaufnahmen.
  • Misslungene Takes sofort löschen oder mit „x-“ im Dateinamen markieren.
  • Kurz notieren, was in jedem Clip passiert und ob etwas nachgedreht werden muss.
  • Sichern: Rohaufnahmen gehören zusätzlich auf eine externe Festplatte oder in einen Cloud-Speicher, bis das Video veröffentlicht ist.

Prüfe außerdem einmal stichprobenartig den Ton. Ein falsch gewähltes Mikrofon fällt sonst erst beim Schnitt auf, wenn der Dreh längst vorbei ist.

Typische Fehler bei Tutorial-Aufnahmen

  • Zu kleine Schrift. Auf dem Handy unlesbar.
  • Private Daten im Bild. Benachrichtigungen, Lesezeichen, echte Kundendaten.
  • Alles in einer Aufnahme. Ein Fehler kurz vor Schluss, und du fängst von vorn an.
  • Hektische Maus. Zuschauer verlieren den Faden.
  • Kein Ergebnis gezeigt. Der Zuschauer weiß nicht, ob es geklappt hat.
  • Falsches Format. Ein Ultrawide-Bildschirm ergibt schwarze Balken oder winzige Inhalte.

Von der Aufnahme zum fertigen Video

Die Bildschirmaufnahme ist das Rohmaterial. Zum fertigen Tutorial fehlen meist noch ein Einstieg, Überleitungen, ein Abschluss und der Schnitt. Viele Creator nehmen dafür eine Facecam auf, die das Gezeigte einordnet. Wie du das Skript dafür schreibst, erklären wir in Facecam-Skript schreiben. Den kompletten Ablauf von der Idee bis zur Veröffentlichung findest du im Leitfaden YouTube-Tutorial erstellen.

Wie Macreto bei Bildschirmaufnahmen hilft

Bei Macreto sind deine Bildschirmaufnahmen der Startpunkt. Du nimmst sie mit dem Tool deiner Wahl auf und lädst sie hoch. Große Dateien bis 20 GB je Datei sind möglich; jede Datei wird in mehreren Teilen gleichzeitig hochgeladen und lässt sich fortsetzen, wenn die Verbindung abbricht.

Danach übernimmt Macreto:

  • Sichten: Die Aufnahmen werden transkribiert und inhaltlich ausgewertet.
  • Skript: Aus Recherche und Aufnahmen entsteht ein Facecam-Skript in deinem Ton. Mehr unter Skript.
  • Bau: Schnitt mit entfernten Versprechern und Pausen, Slides, Animationen, KI-Bilder und Musik.

Du nimmst nur noch die Facecam auf. Wie das im Detail abläuft, zeigt die Anleitung Erstes Video.

Häufige Fragen

Mit welchem Programm nehme ich meinen Bildschirm für Tutorials auf?

+

Für den Einstieg reichen die Bordmittel: auf dem Mac die Bildschirmfoto-App (Umschalt + Befehl + 5), unter Windows 11 das Snipping Tool. Wer mehr Kontrolle über Szenen, Audio und Qualität will, nimmt das kostenlose OBS Studio.

In welcher Auflösung sollte ich Tutorials aufnehmen?

+

Mindestens in der Auflösung, in der du veröffentlichst, und im Seitenverhältnis 16:9. Für YouTube ist 1080p ein verbreiteter Standard. Wichtig ist außerdem, Schrift und Oberfläche so groß zu stellen, dass sie auf dem Handy lesbar bleiben.

Soll ich beim Aufnehmen sprechen oder später vertonen?

+

Beides funktioniert. Wer beim Aufnehmen kurz kommentiert, was er tut, erleichtert sich das spätere Skript. Viele Creator nehmen den Bildschirm ruhig auf und sprechen die Erklärung danach getrennt ein, etwa als Facecam.

Wie verhindere ich, dass Benachrichtigungen in der Aufnahme landen?

+

Schalte vor der Aufnahme den Fokus- bzw. Nicht-stören-Modus deines Systems ein, schließe Chat-Programme und E-Mail und nutze nach Möglichkeit ein eigenes Browser-Profil ohne private Lesezeichen.

#bildschirmaufnahme#tutorial#obs#screencast

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