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Anleitung

Online-Kurs erstellen: Von der Idee zum fertigen Videokurs

So erstellst du einen Online-Kurs mit Video: Lernziel festlegen, Module und Lektionen planen, effizient drehen, produzieren und mit Testern prüfen.

Macreto-Team 6 Min. Lesezeit

Einen Online-Kurs mit Video erstellst du in sechs Schritten: Du legst fest, welches Ergebnis Teilnehmer erreichen, planst Module und Lektionen als Weg dorthin, schreibst für jede Lektion Lernziel, Übung und Skript, nimmst alle Lektionen gebündelt auf, produzierst die Videos und testest den Kurs mit einer kleinen Gruppe. Der häufigste Fehler ist, mit der Technik anzufangen statt mit dem Ergebnis.

Dieser Leitfaden führt dich durch jeden Schritt, von der Idee bis zum veröffentlichten Kurs.

Was macht einen guten Online-Kurs aus?

Ein Online-Kurs ist ein strukturiertes Lernangebot, das Teilnehmer in einzelnen Lektionen zu einem klar definierten Ergebnis führt. Der Unterschied zu einer Sammlung von Videos liegt in der Struktur: Jede Lektion baut auf der vorherigen auf, und am Ende steht eine Fähigkeit, nicht nur Wissen.

Gute Kurse haben drei Dinge gemeinsam:

  • Ein konkretes Versprechen: „Nach dem Kurs richtest du deine erste KI-Automatisierung selbst ein“ statt „Alles über KI“.
  • Einen roten Faden: Die Reihenfolge der Lektionen ergibt sich aus dem Weg zum Ergebnis.
  • Übungen: Teilnehmer wenden an, was sie gelernt haben. Erst dadurch wird aus Zuschauen Können.

Schritt 1: Ergebnis und Zielgruppe festlegen

Bevor du eine einzige Lektion planst, beantworte zwei Fragen schriftlich:

  1. Für wen ist der Kurs? Beschreibe die Person so konkret wie möglich: Vorwissen, Ausgangslage, typische Probleme.
  2. Was kann sie danach? Formuliere ein Ergebnis, das sich überprüfen lässt.

Das Thema prüfen, bevor du produzierst

Ein Kurs ist viel Arbeit. Prüfe deshalb vorher, ob es echte Nachfrage gibt:

  • Welche Fragen stellen dir Zuschauer, Kunden oder Coaching-Klienten immer wieder?
  • Zu welchen deiner Videos kommen die meisten Rückfragen?
  • Gibt es Menschen, die bereit wären, sich auf eine Warteliste zu setzen oder eine frühe Version zu testen?

Ein Kurs, der eine Frage beantwortet, die dir ohnehin ständig gestellt wird, hat einen guten Start.

Schritt 2: Module und Lektionen planen

Der Kursplan ist das Rückgrat deines Kurses. Arbeite dich vom Ergebnis rückwärts: Welche Etappen muss jemand durchlaufen, um dorthin zu kommen? Jede Etappe wird ein Modul, jeder einzelne Schritt eine Lektion.

So könnte ein Kursplan aussehen

Das folgende Beispiel zeigt die Struktur eines fiktiven Kurses „KI-Assistenten im Arbeitsalltag“:

Modul Lektion Lernziel
1 Grundlagen 1.1 Was ein KI-Assistent kann und was nicht Teilnehmer schätzen realistisch ein, wofür sich KI eignet
1.2 Der erste gute Prompt Teilnehmer formulieren einen Prompt mit Rolle, Aufgabe und Format
2 Anwenden 2.1 E-Mails schneller beantworten Teilnehmer erstellen eine wiederverwendbare Vorlage
2.2 Dokumente zusammenfassen Teilnehmer prüfen eine Zusammenfassung auf Fehler
3 Absichern 3.1 Datenschutz im Blick Teilnehmer entscheiden, welche Daten sie eingeben dürfen

Für jede Lektion festhalten

  • Lernziel: Ein Satz, der mit einem Verb beginnt, das sich beobachten lässt: einrichten, formulieren, prüfen, entscheiden.
  • Übung: Was tut der Teilnehmer nach dem Video?
  • Drehanweisung: Brauchst du Facecam, Bildschirmaufnahme oder beides? Welche Beispieldaten?

Eine Lektion, ein Lernziel. Wenn du zwei Lernziele in eine Lektion packst, wird sie lang und schwer nachzuschlagen.

Schritt 3: Skripte schreiben

Für Videokurse bewährt sich eine Mischung aus Facecam und Bildschirmaufnahme. Die Facecam führt ein, erklärt Zusammenhänge und motiviert. Die Bildschirmaufnahme zeigt die konkreten Schritte.

Jedes Lektionsskript folgt einem einfachen Muster:

  1. Worum geht es und warum ist es wichtig?
  2. Die Erklärung oder Vorführung.
  3. Die häufigsten Stolperstellen.
  4. Die Übung und der Übergang zur nächsten Lektion.

Wie du Skripte schreibst, die vor der Kamera natürlich klingen, zeigt der Artikel Facecam-Skript schreiben.

Welches Videoformat passt zu welcher Lektion?

Nicht jede Lektion braucht dasselbe Format. Wähle es nach dem Lernziel:

Format Passt für Beispiel
Nur Facecam Einordnung, Motivation, Denkmodelle „Warum KI-Ergebnisse immer geprüft werden müssen“
Bildschirmaufnahme mit Facecam Software-Schritte, die man nachmachen soll Eine Vorlage im Programm anlegen
Slides mit Facecam Begriffe, Abläufe, Vergleiche Die Bausteine eines guten Prompts
Vorführung mit Fehleranalyse Typische Fehler erkennen und beheben Eine fehlerhafte Zusammenfassung korrigieren

Ein Wechsel der Formate über den Kurs hinweg hält die Aufmerksamkeit hoch. Wichtig ist nur, dass der Stil gleich bleibt: gleiche Farben, gleiche Schriften, gleiche Position der Facecam.

Schritt 4: Den Dreh-Tag planen

Kurse bestehen aus vielen Lektionen. Wer jede einzeln an einem anderen Tag aufnimmt, baut jedes Mal Licht, Kamera und Mikrofon neu auf und sieht in jeder Lektion etwas anders aus. Effizienter ist ein Dreh-Tag, an dem du alle Lektionen am Stück aufnimmst.

Checkliste für den Dreh-Tag

  • Alle Skripte fertig und laut gelesen.
  • Gleiches Outfit, gleiches Licht, gleicher Hintergrund für ein einheitliches Bild über den ganzen Kurs.
  • Lektionen klar ansagen: Sag vor jeder Lektion laut „Lektion 1“, „Lektion 2“ und so weiter. Das erleichtert das Zuordnen im Schnitt erheblich.
  • Pausen einplanen: Wasser, Stimme schonen, Akkus und Speicher prüfen.
  • Bildschirmaufnahmen getrennt: Die kannst du vorher oder nachher in Ruhe machen.

Schritt 5: Produzieren

In der Produktion entsteht aus Rohmaterial ein Kurs, der sich wie aus einem Guss anfühlt. Das gelingt mit festen Regeln für alle Lektionen:

  • Einheitlicher Einstieg und Abschluss in jeder Lektion.
  • Gleiche Farben, Schriften und Einblendungen über den ganzen Kurs.
  • Untertitel für alle, die ohne Ton lernen oder die Sprache nicht perfekt beherrschen.
  • Kapitel oder Zwischentitel in längeren Lektionen, damit Teilnehmer gezielt nachschlagen können.
  • Begleitmaterial: Checklisten, Vorlagen oder Arbeitsblätter zu den Übungen.

Schritt 6: Testen, veröffentlichen, verbessern

Bevor du den Kurs groß ankündigst, lass eine kleine Gruppe ihn durcharbeiten. Beobachte dabei nicht nur, was sie sagen, sondern wo sie hängen bleiben: Welche Übung wird übersprungen? Wo kommen Fragen? Welche Lektion wird mehrfach angesehen?

Hilfreich sind dabei ein paar einfache Fragen an die Testgruppe: Was war nach jeder Lektion unklar? Welche Übung hat am meisten gebracht? Wo hättest du dir ein zusätzliches Beispiel gewünscht? Die Antworten zeigen dir genauer als jede Vermutung, welche Lektionen du nachschärfen solltest, bevor der Kurs für alle offen ist.

Nach dem Start ist ein Kurs nie ganz fertig. Software ändert sich, Fragen tauchen auf, neue Beispiele kommen dazu. Plane regelmäßige Überarbeitungen ein und tausche einzelne Lektionen aus, statt den ganzen Kurs neu zu drehen. Das geht am leichtesten, wenn jede Lektion für sich steht.

Rechtliches im Blick behalten

Beim Verkauf von Online-Kursen kommen je nach Land und Angebot rechtliche Fragen dazu, etwa zu Widerrufsrecht, Steuern und Datenschutz. In Deutschland kann bei bezahlten Kursen mit Lernerfolgskontrolle außerdem das Fernunterrichtsschutzgesetz (FernUSG) relevant sein. Lass dein Angebot im Zweifel prüfen.

Keine Rechtsberatung: Dieser Abschnitt informiert allgemein und ersetzt keine rechtliche Prüfung im Einzelfall.

Wie Macreto dir beim Online-Kurs hilft

Macreto hat einen eigenen Kurs-Modus, verfügbar ab dem Creator-Tarif. Du gibst ein Thema vor, und Macreto erstellt einen recherchierten Kursplan mit Modulen und Lektionen, jeweils mit Lernziel, Übung und Drehanweisung. Aus jeder Lektion wird ein eigenes Video.

Für den Dreh-Tag nimmst du alle Lektionen am Stück auf. Macreto schneidet die Aufnahme an deinen Ansagen „Lektion 1, Lektion 2 …“ in die einzelnen Lektionen. Beim Bau entstehen Schnitt, Slides, Animationen, KI-Bilder und Musik, mit deiner echten Stimme und im Stil deines Brand-Kits. Am Ende exportierst du alle Lektionen gebündelt als ZIP mit Kursübersicht und lädst sie auf die Kursplattform deiner Wahl.

Einen Überblick, wie Macreto speziell für Kurse eingesetzt werden kann, gibt die Seite für Kurs-Ersteller.

Häufige Fragen

Wie lang sollte ein Online-Kurs sein?

+

So lang, wie der Weg zum versprochenen Ergebnis braucht. Ein Mini-Kurs zu einer einzelnen Fähigkeit kann kurz sein, ein umfassender Kurs deutlich länger. Wichtiger als die Gesamtlänge ist, dass jede Lektion ein klares Lernziel hat und nichts enthält, was nicht zum Ergebnis beiträgt.

Wie lang sollte eine einzelne Kurslektion sein?

+

Eine Lektion sollte genau ein Lernziel behandeln. Daraus ergibt sich die Länge fast von selbst. Wird eine Lektion lang, ist das oft ein Zeichen, dass sie zwei Lernziele enthält und geteilt werden sollte.

Brauche ich teure Technik für einen Videokurs?

+

Nein. Gutes Licht von vorne, ein externes Mikrofon und eine ruhige Umgebung machen den größten Unterschied. Für Software-Kurse kommt ein Screen-Recorder dazu. Teure Kameras sind kein Muss.

Wo kann ich meinen Online-Kurs verkaufen?

+

Üblich sind spezialisierte Kursplattformen, Community-Plattformen mit Kursbereich oder die eigene Website mit Mitgliederbereich. Achte bei der Wahl auf Zahlungsabwicklung, Steuerbehandlung, Datenschutz und darauf, ob du deine Inhalte und Teilnehmerdaten später exportieren kannst.

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